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Kosten

Heizungs-Report Herbst 2026: Was Heizen jetzt kostet

Rund 760 € im Jahr Unterschied: Was Gas und Wärmepumpe ein Beispielhaus im Herbst 2026 kosten – mit Preis, Monat und Quelle.

Aktualisiert am 6 Min. LesezeitRedaktion Heizungs-Report

Heizkörper unter einem Fenster, Sonnenlicht fällt in den Raum
Symbolbild · Foto: Yomi Ajilore / Unsplash

Befund: Mit einer Wärmepumpe heizt unser Beispielhaus im Herbst 2026 rund 760 € im Jahr günstiger als mit Gas zum durchschnittlichen Neukundenpreis. Gegenüber der Gas-Grundversorgung wächst der Abstand auf rund 1.311 €. Teurer wird die Wärmepumpe in unserer Rechnung nur, wenn eine schwache Anlage auf einen teuren Stromtarif trifft.

Die Preise: Gas und Wärmepumpenstrom im Herbst 2026

Drei Größen bestimmen die laufenden Heizkosten: der Gaspreis, der Arbeitspreis für den Wärmepumpenstrom und dessen Grundpreis. Wir nennen jeden Wert mit Monat und Quelle, denn Energiepreise veralten schnell.

Energie und Tarif Preis Monat Quelle
Gas, Neukundentarif (Durchschnitt) 10,98 ct/kWh September 2026 LichtBlick
Gas, Grundversorgung 13,60 ct/kWh September 2026 LichtBlick
Wärmepumpentarif mit eigenem Zähler (Durchschnitt) 24 ct/kWh, Spanne 20–29 ct Februar 2026 Verbraucherzentrale NRW
Grundpreis Wärmepumpentarif (Durchschnitt) 140 € im Jahr Februar 2026 Verbraucherzentrale NRW
Wärmepumpenstrom ohne eigenen Zähler (Durchschnitt) 31,5 ct/kWh Februar 2026 Verbraucherzentrale NRW

Quelle: LichtBlick, Stand 01.09.2026; Verbraucherzentrale NRW, Marktcheck Wärmepumpenstromtarife, Stand 20.02.2026.

Schon diese Tabelle enthält zwei Befunde. Die Grundversorgung kostet 2,62 ct je kWh mehr als ein durchschnittlicher Neukundentarif – ein Aufschlag von knapp einem Viertel. Und wer die Wärmepumpe über einen eigenen Zähler mit Wärmepumpentarif betreibt, zahlt im Schnitt 7,5 ct je kWh weniger als ohne eigenen Zähler, dafür aber einen eigenen Grundpreis.

Die Rechnung: ein Haus, zwei Heizungen

Für den Vergleich nehmen wir ein Einfamilienhaus, das im Jahr 20.000 kWh Wärme braucht. Beide Heizungen müssen genau diese Wärme liefern – der Unterschied liegt darin, wie viel Energie sie dafür einkaufen.

So haben wir gerechnet: Die Gasheizung arbeitet mit einem Nutzungsgrad von 0,95 (unsere Annahme) und verbraucht damit rund 21.053 kWh Gas. Die Wärmepumpe erreicht eine Jahresarbeitszahl von 3,4 und braucht rund 5.882 kWh Strom. Die 3,4 ist der Mittelwert der Luft-Wasser-Wärmepumpen aus einer vierjährigen Messung des Fraunhofer ISE in bewohnten Bestandshäusern mit ein bis drei Wohnungen; die Baujahre reichen von 1826 bis 2001.

Heizung und Tarif Rechnung Kosten im Jahr
Gas, Grundversorgung 21.053 kWh × 13,60 ct 2.863 €
Gas, Neukundentarif 21.053 kWh × 10,98 ct 2.312 €
Wärmepumpe, Strom ohne eigenen Zähler 5.882 kWh × 31,5 ct 1.853 €
Wärmepumpe, Wärmepumpentarif 5.882 kWh × 24 ct + 140 € Grundpreis 1.552 €

Quelle: unsere Beispielrechnung mit Preisen von LichtBlick (September 2026) und der Verbraucherzentrale NRW (Februar 2026) sowie der Jahresarbeitszahl aus der Messung des Fraunhofer ISE (Stand 20.11.2025).

Der Abstand zwischen Gas-Neukundentarif und Wärmepumpentarif beträgt rund 760 € im Jahr, gut 63 € im Monat. Auch der eigene Zähler rechnet sich im Beispielhaus: Trotz Grundpreis spart er rund 301 € im Jahr gegenüber Wärmepumpenstrom ohne eigenen Zähler.

Die Rechnung ist eher gasfreundlich angelegt. Beim Gas fehlen Grundpreis und Schornsteinfeger, bei der Wärmepumpe ist der Grundpreis eingerechnet. Der Nutzungsgrad von 0,95 ist zudem hoch gegriffen – ein älterer Kessel erreicht ihn oft nicht und verbraucht dann mehr Gas für dieselbe Wärme. Wartung fehlt auf beiden Seiten.

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Die Spannbreite: Wann das Ergebnis kippt

Durchschnittswerte verdecken die Streuung. In der Messung des Fraunhofer ISE lagen die Jahresarbeitszahlen der Luft-Wasser-Wärmepumpen zwischen 2,6 und 4,9. Wärmepumpentarife kosteten laut Verbraucherzentrale NRW zwischen 20 und 29 ct je kWh. Wir haben die Eckwerte miteinander kombiniert.

Jahresarbeitszahl 20 ct/kWh 24 ct/kWh 29 ct/kWh
2,6 (niedrigster Messwert) 1.678 € 1.986 € 2.371 €
3,4 (Durchschnitt) 1.316 € 1.552 € 1.846 €
4,9 (höchster Messwert) 956 € 1.120 € 1.324 €

Quelle: unsere Beispielrechnung, Jahreskosten der Wärmepumpe inklusive 140 € Grundpreis; Jahresarbeitszahlen aus der Messung des Fraunhofer ISE (Stand 20.11.2025), Tarife laut Verbraucherzentrale NRW (Februar 2026).

Acht der neun Kombinationen liegen unter den 2.312 €, die das Haus mit Gas zum Neukundenpreis zahlt. Nur die ungünstigste – niedrigste Jahresarbeitszahl, teuerster Tarif – liegt mit 2.371 € rund 59 € darüber. Gegenüber der Grundversorgung mit 2.863 € ist jede Kombination günstiger.

Die Tabelle zeigt auch, wo der größere Hebel liegt. Zwischen bester und schwächster Anlage liegen beim Durchschnittstarif 866 € im Jahr, zwischen günstigstem und teuerstem Tarif bei durchschnittlicher Effizienz 530 €. Die Effizienz der Anlage bewegt die Rechnung also stärker als die Wahl des Tarifs – und sie hängt an Planung, Einstellung und möglichst niedrigen Vorlauftemperaturen.

Der CO₂-Anteil auf der Gasrechnung

Im Gaspreis steckt der CO₂-Preis. Für 2026 liegt er in einem festen Korridor von 55 bis 65 € je Tonne, und der Kabinettsentwurf für 2027 belässt ihn dort.

Jahr CO₂-Preis je Tonne Anteil je kWh Erdgas Anteil je Liter Heizöl
2026 55–65 € (Preiskorridor) 1,31–1,55 ct 17,34–20,50 ct
2027 55–65 € (Kabinettsentwurf) 1,31–1,55 ct 17,34–20,50 ct
ab 2028 Marktpreis im ETS2, dem EU-Handel für Gebäude und Verkehr offen offen

Quelle: heizsparer.de, Stand 02.09.2026; die Werte je kWh und Liter für 2027 gelten bei unverändertem Korridor.

Im Beispielhaus macht der CO₂-Preis damit rund 276 bis 326 € der jährlichen Gasrechnung aus. Von 2028 an ergibt sich der Preis aus dem Emissionshandel – eine belastbare Zahl dafür gibt es heute nicht, deshalb nennen wir keine.

Einordnung: Was die Rechnung nicht zeigt

  • Aktualität: Die Gaspreise stammen vom September 2026, die Stromtarife aus einer Markterhebung vom Februar 2026. Eine jüngere Durchschnittszahl für Wärmepumpentarife liegt uns nicht vor.
  • Tarifwechsel beim Gas: Haushalte in der Gas-Grundversorgung zahlen im Beispielhaus gut 550 € im Jahr mehr als mit einem durchschnittlichen Neukundentarif. Dieser Hebel wirkt auch ohne neue Heizung.
  • Anschaffung: Laut enerix (September 2026) liegt eine Luft-Wasser-Wärmepumpe im Einfamilienhaus samt Einbau bei 25.000–35.000 €, Erdwärme samt Bohrung bei 30.000–50.000 €. Was der Zuschuss davon übernimmt, rechnet unser Förder-Report für vier Einkommensstufen durch.
  • Erdwärme im Betrieb: Mit ihrer durchschnittlichen Jahresarbeitszahl von 4,3 aus derselben Messung käme das Beispielhaus beim Durchschnittstarif auf rund 1.256 € im Jahr.
  • Klimabilanz: Im Jahr 2024 lag der CO₂-Ausstoß der gemessenen Wärmepumpen 64 % unter dem von Erdgasheizungen.
  • Neue Gasheizung: Nach dem Gebäudemodernisierungsgesetz, in Kraft seit 29.07.2026, ist eine neue, rein fossile Gasheizung wieder zulässig – ohne Förderung und mit wachsender Bio-Pflicht: Der Anteil Biobrennstoff steigt von 10 % (2029) über 15 % (2030) und 30 % (2035) auf 60 % (2040).

So rechnen Sie mit Ihren eigenen Zahlen

Ihre Jahresabrechnung ist die beste Datenquelle. In vier Schritten bauen Sie unsere Rechnung für Ihr Haus nach:

  1. Gasverbrauch in kWh laut Abrechnung × 0,95 = ungefährer Wärmebedarf (mit unserer Annahme zum Nutzungsgrad).
  2. Wärmebedarf ÷ 3,4 = Strombedarf einer durchschnittlichen Luft-Wasser-Wärmepumpe.
  3. Strombedarf × Arbeitspreis des Wärmepumpentarifs + Grundpreis = Stromkosten im Jahr.
  4. Zum Vergleich: Gasverbrauch × Ihr Gaspreis, dazu Grundpreis und Schornsteinfeger.

Weicht Ihr Haus deutlich vom Durchschnitt ab, etwa durch sehr kleine Heizkörper oder hohe Vorlauftemperaturen, verschiebt sich die Jahresarbeitszahl. Das Baujahr allein entscheidet dabei nicht: In der Messung des Fraunhofer ISE hing die Effizienz nicht vom Alter des Hauses ab, und genügend große Heizkörper arbeiteten im Mittel auf einem ähnlich niedrigen Temperaturniveau wie Fußbodenheizungen. Wie gut Ihr Haus abschneidet, lässt sich nur für Ihr Gebäude klären.

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Häufige Fragen

Was kostet Gas im Herbst 2026?

Im September 2026 lag der Neukundenpreis im Schnitt bei 10,98 ct je kWh, die Grundversorgung bei 13,60 ct (LichtBlick, Stand 01.09.2026). Unser Beispielhaus mit 20.000 kWh Wärme im Jahr käme damit auf rund 2.312 € beziehungsweise 2.863 €, jeweils ohne Grundpreis.

Wie teuer ist Wärmepumpenstrom gerade?

Die jüngste Markterhebung der Verbraucherzentrale NRW (Februar 2026) ergab im Schnitt 24 ct je kWh mit eigenem Zähler, bei einer Spanne von 20 bis 29 ct; der Grundpreis lag im Schnitt bei 140 € im Jahr. Ohne eigenen Zähler waren es durchschnittlich 31,5 ct je kWh.

Ist die Wärmepumpe immer günstiger als Gas?

Nicht in jedem Fall. In unserer Beispielrechnung liegen acht von neun Kombinationen aus Effizienz und Stromtarif unter den Kosten mit Gas zum Neukundenpreis. Nur eine schwache Anlage mit teurem Tarif kostet rund 59 € mehr im Jahr.

Steigt der CO₂-Preis 2027?

Voraussichtlich nicht: Der Kabinettsentwurf belässt den Korridor 2027 bei 55–65 € je Tonne, das entspricht 1,31–1,55 ct je kWh Erdgas. Für 2028 gibt es keine belastbare Zahl, weil sich der Preis dann im EU-Emissionshandel (ETS2) am Markt bildet.

Quellen

  1. LichtBlick: Aktueller Gaspreis pro kWh (Ausgabe 01.09.2026)
  2. Verbraucherzentrale NRW: Marktcheck Wärmepumpenstromtarife (Ausgabe 20.02.2026)
  3. topagrar: Wärmepumpen heizen auch im Altbau klimafreundlich (zur Messung des Fraunhofer ISE) (Ausgabe 20.11.2025)
  4. heizsparer.de: CO₂-Preis 2027 bei Heizöl und Gas (Ausgabe 02.09.2026)
  5. enerix: Was kostet eine Wärmepumpe? (Ausgabe 29.09.2026)
  6. ADAC: Das neue Heizungsgesetz (Ausgabe 29.07.2026)

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